
Der Gebäudesanierungs- und Wartungspass stellt eine der wichtigsten Innovationen dar, die durch die jüngsten europäischen Richtlinien zur Energieeffizienz und Nachhaltigkeit des Immobilienbestands eingeführt wurden. Dieses digitale Dokument soll Eigentümer, Verwalter und Techniker bei der strategischen Planung von Sanierungs- und Wartungsmaßnahmen unterstützen, mit dem Ziel, bis 2050 Null-Emissions-Gebäude zu erreichen. Seine Einführung markiert einen entscheidenden Schritt hin zu Digitalisierung und Transparenz im Immobilienmanagement.
Der Sanierungspass wurde durch die europäische „Green Homes“-Richtlinie (EPBD) eingeführt, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, digitale Systeme zur Planung von Energieeffizienzverbesserungen einzuführen. Die Umsetzungsfrist ist auf den 29. Mai 2026 festgelegt. In Italien ist der Umsetzungsprozess noch im Gange: Der Pass ist noch nicht verpflichtend, jedoch müssen die nationalen Vorschriften innerhalb des festgelegten Zeitrahmens angepasst werden und operative Regeln sowie Anwendungsbereiche definieren.
Der Sanierungspass ist ein digitales Dokument, das den aktuellen Zustand eines Gebäudes erfasst und einen individuellen Fahrplan für Sanierungs- und Wartungsmaßnahmen definiert. Ziel ist es, Eigentümer schrittweise zu einer besseren Energieeffizienz, Sicherheit und höherem Komfort zu führen und dabei Maßnahmen, Zeitpläne, Kosten und Nutzen für jede Phase klar darzustellen.
Derzeit ist der Sanierungspass ein freiwilliges Instrument, jedoch erlaubt die europäische Richtlinie den Mitgliedstaaten, ihn für bestimmte Gebäudekategorien oder Maßnahmen verpflichtend zu machen. In Zukunft könnte er für öffentliche Gebäude, Wohnanlagen, geförderte Immobilien oder bei Immobilientransaktionen vorgeschrieben werden. Die Beobachtung der regulatorischen Entwicklungen ist entscheidend, um frühzeitig vorbereitet zu sein.
Der Gebäudesanierungs- und Wartungspass enthält eine Reihe zentraler Informationen, die für die Verwaltung und Aufwertung der Immobilie unerlässlich sind. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:
Diese Struktur bietet einen ganzheitlichen Überblick und ermöglicht ein proaktives Management des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes.
Die Erstellung des Passes erfolgt durch qualifizierte Fachkräfte (Ingenieure, Architekten, Energiezertifizierer), die nach einer detaillierten Analyse die erforderlichen Daten erfassen und digital einpflegen. Das Dokument wird anschließend in digitalen Registern gespeichert und kann im Laufe der Zeit aktualisiert werden, wodurch Rückverfolgbarkeit und Transparenz jeder durchgeführten Maßnahme gewährleistet sind.
Die Einführung des Sanierungspasses bringt mehrere konkrete Vorteile mit sich:
Diese Vorteile machen den Pass zu einem unverzichtbaren Instrument für die Verwaltung wertvoller Immobilienportfolios.
Digitale Technologien wie BIM, Digital Twin und CMMS sind zentrale Enabler für die Erstellung und Verwaltung des Passes. Ein Digital Twin ermöglicht die Zentralisierung aller Gebäudeinformationen auf einer einzigen Plattform und integriert Daten aus BIM, IoT-Sensoren und Wartungssystemen. Dieser Ansatz ermöglicht:
Die Digitalisierung vereinfacht das Management und macht den Pass zu einem dynamischen, kontinuierlich aktualisierten Werkzeug.
Der Sanierungspass und der Energieausweis (EPC) sind komplementäre Instrumente. Der EPC liefert eine statische Momentaufnahme der aktuellen Energieeffizienz, während der Pass einen dynamischen und geplanten Verbesserungspfad bietet. Ihre gemeinsame Nutzung ermöglicht ein umfassenderes und fundierteres Gebäudemanagement.
Die UTwin-Plattform ermöglicht die Digitalisierung, Aktualisierung und Verwaltung aller für den Sanierungs- und Wartungspass erforderlichen Informationen. Durch die Integration von BIM-, IoT- und Wartungsdaten zentralisiert UTwin die Dokumentation, vereinfacht die Zusammenarbeit im Team und gewährleistet Echtzeit-Aktualisierungen. Dieser Ansatz unterstützt ein effizienteres, transparenteres und regelkonformes Management.
Der Gebäudesanierungs- und Wartungspass stellt einen Wendepunkt für ein nachhaltiges und digitales Gebäudemanagement dar. Sich auf seine Einführung vorzubereiten bedeutet, den Wert der Immobilie zu steigern, neue Chancen zu nutzen und zu den Dekarbonisierungszielen beizutragen. Die Digitalisierung ist der Schlüssel, um zukünftige Herausforderungen im Immobilienmanagement erfolgreich zu bewältigen.
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