
In der Gebäudeautomation deckt ABB zwei Ebenen ab: Cylon für BMS mit Schwerpunkt auf HLK und Energie sowie i-bus KNX für Beleuchtung und Raumautomation. Diese Technologien sind zuverlässig und weit verbreitet, decken jedoch einen klar definierten Bereich ab:
Wer das Energiemanagement eines Gebäudeportfolios übernehmen oder Anlagen aus der Ferne steuern möchte, benötigt häufig eine Lösung, die über diese Systeme hinausgeht oder sie ergänzt. Dieser Leitfaden stellt die verfügbaren Alternativen und Integrationsmöglichkeiten vor.
Der Transparenz halber: UTwin, das Sie unter den Alternativen finden, ist unsere Software und kein direkter Wettbewerber großer Anbieter der Gebäudeautomation wie ABB. Sie eignet sich für Immobilien, bei denen ein vollständiges BMS nie wirtschaftlich gerechtfertigt war, und lässt sich dort in bestehende Anlagen integrieren, wo Fernsteuerung benötigt wird.
Laut der ABB-Dokumentation gliedert sich das Angebot für Gebäude in zwei Produktfamilien mit unterschiedlichen Aufgaben:
Die eigentliche Stärke liegt in der weiten Verbreitung: ABB-Komponenten und -Standards sind in sehr vielen europäischen Gebäuden zu finden und werden häufig von lokalen Elektrikern und Systemintegratoren installiert. Deshalb geht es in der Praxis meist nicht darum, sie zu ersetzen, sondern darum, welche zusätzlichen Funktionen darauf aufbauen können.
Die häufigsten Szenarien betreffen Anforderungen, die diese Systeme allein nicht abdecken:
Die Alternativen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: andere große BMS-Lösungen für komplexe Gebäude und Light-BMS-Lösungen für Gebäude, bei denen ein vollständiges BMS nicht sinnvoll ist. Der Name jedes Systems verweist auf unseren ausführlichen Einzelbeitrag; den Gesamtüberblick bietet der BMS-Leitfaden.
| System | Profil | Wann es sinnvoll ist |
|---|---|---|
| Desigo CC Siemens | Modulare Plattform für hochkomplexe Gebäude mit einer der umfangreichsten Protokollunterstützungen auf dem Markt, einschließlich KNX | Krankenhäuser, Campusgelände, Unternehmenszentralen und Rechenzentren mit kritischen Anlagen |
| EcoStruxure Building Operation Schneider Electric | Offenes BMS innerhalb der EcoStruxure-Plattform mit nativer Unterstützung für BACnet, LonWorks und Modbus sowie Cloud-Analysen | Komplexe Gebäude, insbesondere wenn die Elektroinstallationen bereits auf Schneider ausgerichtet sind |
| modulo und Vision Center SAUTER SAUTER | Universelle, multiprotokollfähige Automation und Überwachung auf Managementebene | Gewerbe- und Gesundheitsgebäude mit mehreren Anlagen in Europa |
| UTwin (Light-BMS) | Cloud-Plattform mit bereitgestellten drahtlosen Sensoren, KI zur Fernsteuerung von Anlagen, CMMS und digitalem Zwilling | Kleine und mittelgroße Gebäude sowie standortübergreifende Portfolios, bei denen sich ein vollständiges BMS nicht lohnt |
Für Gebäude, die niemals ein vollständiges BMS benötigen werden, verfolgt ein Light-BMS wie UTwin einen anderen Ansatz: Die Sensorik wird zusammen mit der Software bereitgestellt. Smart Meter und drahtlose Sensoren lassen sich ohne Verkabelung und ohne Betriebsunterbrechungen installieren.
Die Plattform ist vollständig cloudbasiert. KI passt die Anlagen an das Außenklima und die tatsächliche Raumnutzung an, während das integrierte CMMS Energieverbrauch und Instandhaltung miteinander verbindet.
Für Einzelhandelsgeschäfte, Supermärkte, Hotels, Pflegeeinrichtungen und kleinere Verwaltungsstandorte kann die Investition bis zu 70 % niedriger ausfallen als bei einem herkömmlichen BMS. Die Lösung funktioniert auch in Gebäuden, die noch über keine intelligente Gebäudetechnik verfügen.
Wenn ABB-Automation bereits vorhanden ist, geht es nicht darum, sie zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen. In mehreren Projekten haben wir UTwin in bestehende BMS integriert, um fehlende Funktionen hinzuzufügen: kontinuierliche Erfassung von Energiedaten, Fernsteuerung anhand von Klima und Belegung sowie die Verknüpfung von Anomalien mit Arbeitsaufträgen.
In Gebäuden mit KNX-Anlagen, aber ohne echtes BMS, arbeitet die Light-Plattform parallel dazu: Die Raumautomation steuert weiterhin die Elektroinstallation, während UTwin ein medienübergreifendes Monitoring und Energiemanagement ergänzt, ohne die bestehende Anlage zu verändern. Der genaue Integrationsumfang, einschließlich Daten und Steuerbefehlen, wird für jedes Projekt festgelegt.
In unseren Projekten hat es sich bewährt, drei Ebenen des Problems zu unterscheiden, die häufig miteinander verwechselt werden:
Cylon ist die BMS-Produktlinie von ABB: Steuerungen und Überwachung für HLK und Energie in Gewerbegebäuden. i-bus KNX ist die ABB-Implementierung des KNX-Standards zur Automatisierung elektrischer Anlagen, darunter Beleuchtung, Jalousien und Raumszenarien. Beide arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen und kommen häufig im selben Gebäude zum Einsatz.
Nein: KNX steuert die Raumautomation wie Beleuchtung, Jalousien und Szenarien, ist aber keine Plattform für das Gebäudemanagement. Es überwacht keine Verbräuche über mehrere Medien hinweg, vergleicht keine Standorte und verknüpft Anomalien nicht mit der Instandhaltung. Dafür ist eine übergeordnete Lösung erforderlich, etwa ein BMS oder eine Light-Plattform.
Ja: Eine Light-Plattform mit drahtlosen Sensoren arbeitet parallel zur bestehenden Anlage, ohne diese zu verändern. Die Raumautomation funktioniert wie bisher. Das Monitoring von Energie, Wasser, Gas und Umgebungsbedingungen wird durch spezielle Sensoren ergänzt, die innerhalb weniger Tage installiert werden können.
Ja: Das BMS steuert die Anlagen weiterhin vor Ort. UTwin wird integriert und ergänzt medienübergreifendes Monitoring, KI-gestützte Fernautomation und die Verbindung zur Instandhaltung. Der technische Integrationsumfang wird gemeinsam mit dem Systemverantwortlichen für jedes Projekt festgelegt.
i-bus KNX eignet sich auch für kleine Gebäude und ist dort weit verbreitet, deckt jedoch die Elektroautomation und nicht das Energiemanagement ab. Ein vollständiges BMS lohnt sich unterhalb einer bestimmten Gebäudegröße nur selten. In solchen Fällen ist ein Light-BMS die angemessene Lösung.
Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme: Wo ist KNX installiert, wo gibt es ein BMS und welche Daten liefert es, und wo fehlt jede entsprechende Lösung? Klären Sie anschließend das eigentliche Ziel: Räume automatisieren, Anlagen steuern oder das Energiemanagement eines gesamten Portfolios übernehmen. Mit dieser Klarheit fällt die Entscheidung zwischen ABB, Alternativen und Integrationen deutlich leichter.
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