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Energieeffizienz in Lagerhallen und der Logistik: Wo sich Energieverschwendung verbirgt

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Eine Lagerhalle verbraucht pro Quadratmeter weniger Energie als ein Büro, verfügt jedoch über eine große Fläche und enorme Raumvolumen. Das Ergebnis ist eine hohe Energierechnung, die durch wenige, stark konzentrierte Verbrauchsposten entsteht.

Die gute Nachricht ist, dass in der Logistik fast immer dieselben Energieverluste auftreten und sich durch Messungen leicht erkennen lassen: überdimensionierte Beleuchtung, unter das Dach aufsteigende Wärme, offene Tore und Anlagen, deren Betriebszeiten nicht mit den Schichtzeiten übereinstimmen.

Kurz zusammengefasst:

  • Die wichtigsten Verbrauchsposten sind Beleuchtung, die Beheizung großer Raumvolumen und – falls Kühlung erforderlich ist – Kälteanlagen.
  • Wärme sammelt sich unter dem Dach: Eine Lagerhalle ohne Entschichtung zu beheizen bedeutet, Luft zu erwärmen, die niemand nutzt.
  • An den Toren der Verladerampen geht innerhalb kürzester Zeit besonders viel Energie verloren.
  • Große Dachflächen sind ein Vorteil: Sie eignen sich besser für Photovoltaik als bei fast jeder anderen Gebäudeart.

Wo eine Lagerhalle Energie verbraucht

Das Verbrauchsprofil hängt stark von der Art der Tätigkeit ab, doch vier Verbrauchsposten treten regelmäßig auf.
Beleuchtung. In einer hohen Lagerhalle sind die Leuchten viele Stunden eingeschaltet und auf die Gänge ausgelegt. Sie sind der größte Stromverbraucher in der Logistik bei Umgebungstemperatur.
Beheizung großer Raumvolumen. Einen zehn Meter hohen Raum zu beheizen, damit sich Menschen in zwei Metern Höhe wohlfühlen, ist zunächst ein physikalisches und erst danach ein anlagentechnisches Problem.
Kühlung. In der Kühllogistik verändert sich alles: Kühlräume und Vorkühlbereiche werden zum dominierenden Verbrauchsposten, und ihre Steuerung ähnelt eher der eines Supermarkts als der eines Lagerhauses.
Materialtransport. Elektrische Gabelstapler und Hubwagen werden innerhalb weniger Stunden, häufig nachts, aufgeladen. Dadurch entstehen Leistungsspitzen, die die Kosten erhöhen.

Die vier häufigsten Energieverluste

  • Beleuchtung in leeren Bereichen. Gänge bleiben vollständig beleuchtet, obwohl sich niemand darin aufhält, weil Sensoren oder eine zonenweise Steuerung fehlen.
  • Wärmeschichtung unter dem Dach. Ohne Entschichtungsventilatoren oder Strahlungsheizsysteme kann der Temperaturunterschied zwischen Boden und Dach mehrere Grad betragen – und jeder davon schlägt sich in der Energierechnung nieder.
  • Offene Tore und Verladerampen. Jede längere Öffnung lässt behandelte Luft nach außen entweichen. Hier geht Energie besonders schnell verloren.
  • Anlagen, deren Betriebszeiten nicht zu den Schichten passen. Heizung und Beleuchtung werden vor Schichtbeginn eingeschaltet oder laufen nach Schichtende weiter, weil die Zeitpläne nach organisatorischen Änderungen nie angepasst wurden.

Die Besonderheit der Branche: Wer nutzt die Lagerhalle und wem gehört sie?

  • In der Logistik ist die Immobilie fast immer gemietet, wodurch zwei unterschiedliche Interessen entstehen. Der Betreiber bezahlt die Energie und kann Betriebszeiten, Ladevorgänge und die Nutzung der Tore beeinflussen, entscheidet jedoch nicht über Dachflächen, Dämmung oder technische Anlagen. Der Eigentümer kontrolliert diese Elemente, sieht aber nicht die Energierechnung.
  • Die zweite Einschränkung betrifft die Waren. In Bereichen mit temperaturgeführten Kühlräumen ist der Spielraum für Sollwerte gering. Diese müssen mit den für die Warenkonservierung Verantwortlichen abgestimmt werden und dürfen nicht allein von der technischen Abteilung festgelegt werden. Dort dient das Monitoring zunächst als Nachweis, dass die Temperaturen innerhalb der Grenzwerte bleiben, und erst danach der Verbrauchsreduzierung.
  • In beiden Fällen ermöglicht die getrennte Messung nach Bereichen eine sachliche Diskussion: Ohne sie bleibt jeder Vorschlag eine bloße Meinung.

Was gemessen werden sollte

Was Warum Nützliche Kennzahl
Stromverbrauch nach Bereich Trennt Beleuchtung, Materialtransport, Büros und Kühlung kWh je Bereich und Quadratmeter
Wärmeenergie Die Beheizung großer Raumvolumen ist der am wenigsten kontrollierte Verbrauchsposten Witterungsbereinigter Verbrauch anhand der Heizgradtage
Temperatur in verschiedenen Höhen Macht die Wärmeschichtung sichtbar Temperaturunterschied zwischen Bodenhöhe und dem Bereich unter dem Dach
Fahrzeugladung Leistungsspitzen beeinflussen die Kosten Maximale Leistungsaufnahme und Zeitfenster
Grundverbrauch Zeigt, was bei stillstehender Lagerhalle eingeschaltet bleibt Durchschnittliche kW während der inaktiven Stunden

Die Werkzeuge entsprechen den in der Anleitung zu intelligenten Zählern und IoT-Sensoren beschriebenen Lösungen: Unterzähler in den Verteilerschränken der einzelnen Bereiche und Umgebungssensoren in unterschiedlichen Höhen.

Die Maßnahmen mit der schnellsten Wirkung

  • LED-Beleuchtung mit Sensoren und zonenweiser Steuerung. In einer Lagerhalle mit langen Betriebszeiten ist dies fast immer die Maßnahme mit der kürzesten Amortisationszeit.
  • Wärmeentschichtung oder Strahlungsheizung. Die Wärme sollte dorthin gelangen, wo Menschen sie benötigen, statt sich unter dem Dach zu sammeln.
  • Torsteuerung. Schnelles Schließen, Abdichten der Verladerampen und klare Betriebsabläufe: Der Erfolg hängt ebenso von der Automatisierung wie von den Gewohnheiten ab.
  • Anpassung der Anlagen an die Schichten durch zentrale statt lokale Regelung.
  • Photovoltaik für den Eigenverbrauch. Die Dächer von Lagerhallen sind groß, wenig verschattet und weisen ein Tagesverbrauchsprofil auf. Deshalb eignet sich diese Gebäudeart besonders gut für den Eigenverbrauch.

Das Priorisierungsprinzip entspricht weiterhin dem Leitfaden zur Verbesserung der Energieeffizienz: zuerst Betriebsmanagement und Regelung, dann die technischen Anlagen und schließlich die Gebäudehülle.

Die Werkzeuge

Eine Lagerhalle verfügt selten über ein übergeordnetes Überwachungssystem: Es gibt nur wenige Anlagen, die lokal gesteuert werden. Deshalb weiß niemand, was nachts oder am Wochenende passiert. Der allgemeine Ansatz, der für jede Art von Immobilie gilt, wird im Leitfaden zum Energiemanagement erläutert.
Die Energiemanagement-Software von UTwin schließt diese Lücke mit intelligenten Zählern und IoT-Sensoren, die ohne Betriebsunterbrechung installiert werden können, in der Cloud erfassten und auf dem Lageplan visualisierten Daten, Störungsmeldungen sowie der Fernregelung von Anlagen anhand des Außenklimas und der Belegung.
Die integrierte Instandhaltungssoftware (CMMS) ist besonders in der Logistik hilfreich, wo der Ausfall eines Kühlraums oder einer Anlage den Betrieb unmittelbar beeinträchtigt: Aus einer Abweichung wird ein zugewiesener und nachverfolgbarer Wartungseinsatz – nach dem Prinzip der vorausschauenden Instandhaltung.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Maßnahme ist in einer Lagerhalle am wirtschaftlichsten?

    Fast immer ist die Beleuchtung die beste Wahl: LED-Leuchten mit Präsenzsensoren und zonenweiser Steuerung der Gänge, da sie viele Stunden eingeschaltet sind und keine vergleichbaren Komfortanforderungen wie in anderen Branchen bestehen.

  • Wie lässt sich der Heizenergieverbrauch in einer Lagerhalle senken?

    Durch die Verringerung der Wärmeschichtung mit Deckenventilatoren zur Entschichtung oder Strahlungsheizsystemen, die Menschen statt der Luft unter dem Dach erwärmen, sowie durch die Anpassung der Betriebszeiten an die tatsächlichen Schichten. Temperaturmessungen in verschiedenen Höhen machen das Problem sichtbar.

  • Ist Monitoring auch in einem ungekühlten Lager sinnvoll?

    Ja, insbesondere um den Grundverbrauch und die Leistungsspitzen beim Laden der Fahrzeuge zu verstehen. Diese beiden Verbrauchsposten sind auf der Energierechnung nicht direkt erkennbar und fallen häufig stärker ins Gewicht als Maßnahmen an der Gebäudehülle.

  • Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auf Lagerhallendächern?

    Bei dieser Gebäudeart bringt der Eigenverbrauch besonders große Vorteile, da viel Dachfläche zur Verfügung steht und Stromerzeugung und Verbrauch tagsüber zeitlich zusammenfallen. Die Bewertung sollte erst nach der Verringerung der Energieverluste erfolgen. Andernfalls wird die Anlage auf Grundlage eines überhöhten Verbrauchs dimensioniert.

So beginnen Sie

An einem Logistikstandort sollte zuerst der Verbrauch während der Betriebsruhe betrachtet werden. Verbraucht eine stillstehende Lagerhalle einen erheblichen Anteil der Energie, die sie im Vollbetrieb benötigt, liegt hier ein Einsparpotenzial, das sich ohne Investitionen erschließen lässt.