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Baratono-Dekret: Was es besagt und was es mit BIM zu tun hat

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Digitalisierung und Gesetzgebung im italienischen Bauwesen

Die Digitalisierung revolutioniert die Baubranche und drängt auf effizientere, transparentere und kollaborativere Prozesse. In diesem Szenario hat die italienische Gesetzgebung Instrumente und Pflichten eingeführt, um die Einführung innovativer Technologien zu fördern. Das Baratono-Dekret stellt einen grundlegenden Meilenstein für die Verbreitung von BIM (Building Information Modeling) bei öffentlichen Ausschreibungen dar und markiert den Übergang von der traditionellen Projektverwaltung zu einer digitalen und integrierten Informationsverwaltung.

Was ist das Baratono-Dekret (DM 560/2017)

Das Baratono-Dekret, offiziell DM 560/2017, ist die vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr erlassene Bestimmung, die die Modalitäten und Zeitpläne für die obligatorische Einführung von BIM bei italienischen öffentlichen Ausschreibungen festlegt. Es ist nach Angelo Baratono benannt, dem Vorsitzenden der Kommission, die das Dekret ausgearbeitet hat. Hauptziel ist es, die Digitalisierung der Planungs-, Realisierungs- und Verwaltungsprozesse öffentlicher Arbeiten zu fördern und durch den Einsatz digitaler Informationsmodelle mehr Transparenz, Kontrolle und Qualität zu gewährleisten.

Was das Baratono-Dekret vorsieht: Pflichten und Fristen

Das Baratono-Dekret führt die schrittweise Verpflichtung zur Nutzung von BIM bei öffentlichen Ausschreibungen ein, basierend auf der Auftragssumme. Die Fristen wurden festgelegt, um einen schrittweisen Übergang zu ermöglichen:

  • Ab dem 1. Januar 2019: Bauwerke mit einem Wert von 100 Millionen Euro oder mehr
  • Ab dem 1. Januar 2020: Bauwerke mit einem Wert von 50 Millionen Euro oder mehr
  • Ab dem 1. Januar 2021: Bauwerke mit einem Wert von 15 Millionen Euro oder mehr
  • Ab dem 1. Januar 2022: Bauwerke mit einem Wert von 5,225 Millionen Euro oder mehr
  • Ab dem 1. Januar 2023: Bauwerke mit einem Wert von 1 Million Euro oder mehr
  • Ab dem 1. Januar 2025: alle Bauwerke mit einem Wert von weniger als 1 Million Euro

Vergabestellen müssen sich daher an diese Zeitpläne anpassen und sich mit Werkzeugen und Kompetenzen für die digitale Projektverwaltung ausstatten.

BIM gemäß dem Baratono-Dekret: Definitionen und Werkzeuge

Das Dekret definiert BIM als die Gesamtheit digitaler Methodiken, Werkzeuge und Prozesse zur Verwaltung von Informationen über ein Bauwerk während seines gesamten Lebenszyklus. Erforderlich sind:

  • Digitale Informationsmodelle für Planung, Bau und Verwaltung
  • Interoperable Plattformen für den Datenaustausch
  • Kollaborative Prozesse zwischen allen Beteiligten

Ziel ist es, eine integrierte und transparente Informationsverwaltung zu gewährleisten und so Fehler, Zeit und Kosten zu reduzieren.

Informationspflichtenheft und vertraglicher Vorrang

Das Informationspflichtenheft (Capitolato Informativo) ist das Dokument, das die von der Vergabestelle geforderten Informations- und Digitalanforderungen spezifiziert. Ursprünglich in die Ausschreibungsunterlagen integriert, ist es durch gesetzliche Aktualisierungen zu einem eigenständigen und zentralen Dokument in der BIM-Verwaltung geworden.
Das Dekret führt auch das Prinzip des vertraglichen Vorrangs ein:

  • Übergangsphase: Die Papierdokumentation hat Vorrang, sofern sie mit dem digitalen Modell konsistent ist
  • Obligatorische Phase: Das elektronische Modell hat Vorrang, sofern dies technisch machbar ist

Dieses Prinzip sorgt für Klarheit und Sicherheit in Vertragsbeziehungen und bei der Informationsverwaltung.

Das Verhältnis zu technischen Normen (UNI 11337 und openBIM)

Das Baratono-Dekret erwähnt die Norm UNI 11337, den italienischen Standard für die digitale Verwaltung von Bauinformationsprozessen, nicht explizit. Dieses Fehlen hat zu Debatten unter Betreibern und Branchenverbänden geführt. Dennoch bleiben die Einführung von openBIM-Standards und die Interoperabilität zwischen Plattformen grundlegende Elemente, um Effizienz und Transparenz bei öffentlichen Projekten zu gewährleisten.

Aktualisierungen: Das DM 312/2021 und die Neuerungen für BIM

Das DM 312/2021 hat das Baratono-Dekret aktualisiert und Folgendes eingeführt:

  • Neue Definitionen (Informationsmodell, Informationsmanagementplan, Informationsangebot)
  • Größere Flexibilität für Vergabestellen, die BIM auch dann einführen können, wenn es nur geplant ist
  • Neue Fristen nach der Pandemie für die BIM-Pflicht
  • Informationspflichtenheft als eigenständiges Dokument
  • Bewertungskriterien für den Einsatz von BIM bei Ausschreibungen

Diese Neuerungen stärken den Weg der Digitalisierung und belohnen besonders innovative Vergabestellen.

Praktische Auswirkungen für Betreiber und Vergabestellen

Das Inkrafttreten des Baratono-Dekrets und seiner Aktualisierungen bringt konkrete Änderungen für die im Sektor Tätigen mit sich:

  • Pflichtschulung des technischen Personals
  • Einführung digitaler Plattformen für die BIM-Datenverwaltung
  • Erstellung und Verwaltung des Informationspflichtenhefts
  • Zentralisierung und Rückverfolgbarkeit von Informationen
  • Vorteile: größere Kontrolle, Fehlerreduzierung, Transparenz, Prozesseffizienz
  • Kritische Punkte: Notwendigkeit von Investitionen in Technologie und Kompetenzen, Management des organisatorischen Wandels

Vergabestellen, die sich rechtzeitig anpassen, können Bonuspunkte erhalten und die Qualität der Projekte verbessern.

Wie digitale Lösungen (wie UTwin) Compliance und Innovation unterstützen

Digitale Plattformen wie UTwin ermöglichen es, BIM-Daten zu zentralisieren, Projektinformationen integriert zu verwalten und die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu erleichtern. Dank der Konformität mit openBIM-Standards und der einfachen Integration mit anderen Systemen helfen diese Lösungen Unternehmen dabei, die Gesetzgebung einzuhalten, Prozesse zu optimieren und den vom Baratono-Dekret geforderten digitalen Übergang zu beschleunigen.

Nützliche Ressourcen und Zukunftsperspektiven

Das Baratono-Dekret markierte einen Wendepunkt bei der Digitalisierung des öffentlichen Bauwesens in Italien. Über regulatorische Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben und fortschrittliche digitale Werkzeuge einzuführen, ist entscheidend, um alle Chancen zu nutzen, die BIM bietet. Zur Vertiefung wird empfohlen, die einschlägige Gesetzgebung, technische Leitfäden und Informationsmaterialien der Branchenverbände zu konsultieren.